Dienstag, Oktober 10, 2006

Kur, Kutsche & Kuehe



Natuerlich waren wir nicht nur unterwegs. Schliesslich sollte ich mich ja erholen. Hab ich auch! Waehrend also Caesar & David mit ihrem besten Freund Alex jede Menge Quatsch machten (und in der Gruppe gern mal wegen zuviel Quatsch getrennt wurden), genoss ich das suesse Nichtstun. Kein Kochen. Kein Aufraeumen. Kein Einkaufen. Keine Arbeit! La Dolce Vita.



Doch allzuviel Nichtstun ist irgendwie auch langweilig. Also brausten(!) wir (noch mit Steff) den Berg im Sommer-Bob hinunter (HIIIILFE!!! Ich hab nur gebremst und blieb dann mit Caesar auf der Geraden stehen. Peinlich!) vorbei an bayerisch, brauenen Kuehen oder liessen uns von einheimischen Pferden durch die schoene Landschaft rund um Grafenau kutschieren. Am letzten Wochenende fuhr ich allein nach Passau.

Alles in allem habe ich mich auch diesesmal wieder gut erholen koennen. Mal sehen, wie lange das anhaelt.

Samstag, Oktober 07, 2006

Die Moldau

Freitag, Oktober 06, 2006

Krumau

Český Krumlov 2



Die kleinen verwinkelten Gassen der Altstadt (Das war 'ne einzige Altstadt!) beamten uns zurueck ins Mittelalter. Vollends landeten wir dort, als wir in einem kleinen, sehr boehmisch, rustikalen Restaurant Met tranken und Krautsuppe mit Gaensebluemchen (50 Cent) verspeisten. Zum Nachtisch liessen sich Caesar & David boehmische Quarkknoedel in Blaubeersauce schmecken.

Auf einem Felsenvorsprung trohnt die zweitgroesste Burganlage Tschechiens und blickt steinern auf die Stadt. Ohnehin ist das Ritterthema scheint's in ganz Tschechien ein echtes Thema. Oder faellt uns das nur so auf, weil unsere Jungs Ritter, Burgen & Koenige so spannend finden?

Das war nun also der zweite Trip - und vorerst letzte Trip nach Tschechien. Aber ich moechte wiederkommen. Mein naechster Wunschtrip: Eine Wellnesswoche in Karlsbad. Und ich weiss auch schon, in welches Hotel!

Český Krumlov 1

Aha. Krumau. Noch nie gehoert! Kur-DrillSergeant Frau Lang gab mir den Ausflugs-Tipp. Kurz auf Steff's PDA in Wikipedia nachgeschlagen UND: "Český Krumlov wird auf Platz 2 der UNESCO-Liste schützenswerter Denkmäler in Europa geführt. Die Stadt liegt eingebettet in einer omegaförmigen Schleife (daher wohl der Name) der Moldau."


Fuer unsere Ohren klang das mehr als gut. So fuhren wir am zweiten Samstag, Steffs letztem Tag der Kur schon wieder Richtung Osten, nach Tschechien. 102 Kilometer. Zweieinhalb Stunden spaeter durch Boehmische Waelder, vorbei an einem tschechischen See erreichten wir das kleine Oertchen mit grosser Historie im Dreilaendereck (Oesterreich, Deutschland, Tschechien). Die Moldau fliesst hier so suess und sanft dahin, dass eigentlich Smetanas "Die Moldau" erklingen muesste (Kann ein Tscheche die Musik eigentlich noch ertragen?). Kanuten legten an den gruenen Ufern der Moldau an, Senioren mit Schwimmwesten glitten auf hoelzernen Flossbaenken ueber den beruehmten Fluss, Enten liessen sich treiben und hier und da stand jemand bis zu den Knien im flachen Wasser der Vltava (Moldau). Auf einer kleinen Insel sassen Japaner bedeckt mit Strohhueten und zauberten mehr oder minder gekonnte Aquarelle aufs Spezialpapier. Caesar & David warfen Steine und steckten zur Erinnerung einen oder zwei Moldausteine in die Hosentaschen.

Engel in Praha




Momentaufnahme: Caesar hatte immer Schwierigkeiten beim Aussprechen zweier Konsonanten hintereinander. Er konnte kein GR und kein KR! So sagte er stets: "Drille, Drokodil, Drahn, Druppe, Dram ..."

Immer wieder habe ich mit ihm geuebt: "Krkrkrkr, krukrukru, kriekriekrie, krakrakra, krokrokro KrOKODIL! Und er sagte: Krakra, kriekrie, krokro, Drokodil."

Bis er eines Tages waehrend der Kur zu mir kam und sagte: "Mami, das heisst nicht Drokodil. Das heisst KKRRokodil! Das heisst nicht Drille, sondern GGRRille! Das heisst nicht Druppe, sondern GGRRuppe!"

Und was sagt David? "Caesar, sag mal Drache!" Kleiner Teufel!

Praga



Prague - Part 3

Am Ende hatten wir dann doch noch Glueck mit dem Veitsdom. Die Menschenflut war abgeebbt und wir staunten nicht schlecht ueber ein prunkvolles Innenleben. Mich beeindruckten die bunten, geradezu in Flammen stehenden Mosaikfenster, die natuerlich biblische Szenen zeigten. Sie strahlten in allen Regenbogenfarben, nur noch viel intensiver. Magisch!

Da die Baeuche der Kinder nach Nahrung schrien, entschlossen wir uns in einem kleinen, feinen Restaurant direkt am Koenigsgarten essen zu gehen. Steff freute sich ueber das beste, gegrillte Schwein seines Lebens.

Den Weg zurueck zum Grenzuebergang Strazny fanden wir schnell, denn in Tschechien sind die Schilder gut platziert. Ach ja, das einzige Wort, das wir jetzt auf tschechisch koennen ist POZOR! Das heisst Achtung! Ansonsten ist die tschechische Sprache recht schwierig, da sie sich von unserem Sprachgefuehl komplett unterscheidet. Aber es spricht beinahe jeder entweder Deutsch oder Englisch. Also keine Angst vor Tschechien, es ist mehr, als nur eine Reise wert!



Mit einem farbenfrohen Sonnenuntergang verabschiedete sich die Česká Republik vorerst von uns.

Wieso vorerst? Morgen mehr!

Hradschin & St. Veits

Praha - Part 2



Am naechsten Morgen checkten wir aus, stellten den Koffer unter und entdeckten gleich um die Ecke beim Hotel ein sehr modernes Enkaufszetrum mit vielen, tollen Geschaeften (Warum gibt es eigentlich einen Quicksilver-Laden in Prag, aber keinen in Hamburg?) Nach einem Coffeeshop-Stop und einem Caramel-Macchiato machten wir uns auf in Richtung Prager Burg, der Pražský hrad, dem groessten geschlossenen Burgareal der WELT! Sehr beeindruckend! Ehrlich, ein Riesenteil! Aber, wir waren nicht allein unterwegs. Es gibt wirklich ziemlich viele Touristen in Prag. Es gab keine Chance den Veitsdom, der innerhalb der Burganlage liegt und den man so schoen am Abend vom Moldauufer leuchten sieht, von innen zu bestaunen. Das Menschenmeer war gewaltig. Wir stuermten also (wie so oft) ersteinmal in den Souvenirladen und Caesar & David konnten sich ueber tolle Holzschwerter freuen.

Den Gang durch das Innenleben der Burg sparten wir uns und genossen lieber die sommerlichen Septembertemperaturen. Wir staunten ueber die Miniaturhaeuschen im Goldenen Gaesschen, wo frueher die Alchemisten das eine oder andere Kraut und Waesserchen zusammenmixten (Uebrigens: Das muessen frueher alles Zwerge gewesen sein. Auch Kafka! Durch die Tueren konnte man nur gebueckt hindurchgehen). Wir entdeckten einen Manufakturladen mit tschechischen Wellness-Artikeln aus Karlsbad (wunderbare Badeoele, herrlich, duftenden Seifen und entspannende Schaumbadzusaetze in den herrlichsten Farben). Bei den Preisen konnte ich einfach nicht wiederstehen.

Haben wir den Veitsdom noch von innen gesehen? Die Antwort spaeter!

Prager Puppen

Karlsbruecke

Praha

Donnerstag, Oktober 05, 2006

Prag - Part 1

Nur 200 Kilometer waren es von Grafenau nach Prag. Wir fuhren dreieinhalb Stunden bis in Tschechiens Hauptstadt und mieteten uns fuer eine Nacht ins Ibis-Hotel im Prager Stadtteil Smichov ein. Das war zwar nicht schick, aber fuer uns ausreichend. Um halb zwoelf hatten wir eingecheckt uns frisch gemacht und waren mit der Tram (ein prima Fortbewegungsmittel in Prag, besonders die Linie 22) auf Erkundungstour. Ich muss gestehen, dass ich keine grossen Erwartungen hatte. Und das scheint die beste Voraussetzung, denn Prag ueberraschte mich nicht nur mit goldenem Sonnenschein. Prag zeigte uns sein huebsches Gesicht.

Wir liessen uns durch die einst kaiserliche und koenigliche Ost-Metropole treiben, vorbei an Teynkiche und Teynhof, am Altstaedter Rathaus mit seiner astronomischen Uhr hin zur Moldau mit der weltberuehmten Karlsbruecke, die mich mit ihrer barocken, wettergeschundenen Skulpturensammlung magisch anzog. Fuer mich uebrigens eine der schoensten Bruecken der Welt, und einige hab' ich schliesslich schon gesehen (Rialto, Pont Neuf, Golden Gate, Brooklyn Bridge).

Unterhalb der Karlsbruecke fanden wir ein kleines Stadtviertel, wo offensichtlich gerade ein Strassenfest stattfand. Es gab eine wunderbare Fotoausstellung, eine tschechische Huepfburg (Caesar & David huepften wie wild), Grillwuerstchen und andere kleine Verkaufsstaende. Wir bestellten boehmische Kueche und tschechisches Bier in einem kleinen, netten Restaurant. Caesar & David wollten Pasta mit Lachs. Wir alle genossen die familiaere Atmosphaere des Viertels abseits des kolossalen Touristenstroms.



Gegen 21 Uhr schlenderten wir ueber die Bruecke zurueck, Richtung Hotel. Was am Nachmittag noch einer touristische Flutwelle gleichkam, war am Abend Prager Flaniermeile und romantischer Treffpunkt. Himmlisch war's! Zum Verlieben - und ich hab’ mich auch verliebt: in die Karlsbruecke.

Im Kurpark

Die Kur

Das Haus der Klinik am Kurpark ist riesig. Wir hatten ein circa 40 qm grosses Zimmer mit wunderbarem Bad und einem Hochbett fuer Caesar und David. Jeden Abend inszenierte sich der Sonnenuntergang zwischen den Bergen der gegenueberliegenden Seite. Caesar & David verbrachten die Tage in der Balu-Gruppe und fanden schnell Freunde. Alex wurde Caesars Lieblingsfreund und Marvin Schmidt tobte gern mit beiden.

Ich hingegen liess es mir bei der Fango-Massage gut gehen, schwitzte beim Aquajoggen und japste bei der Power-Gymnastik nach Luft. Beim Walken durch den Bayerischen Wald hasste ich die Berge und bei der Kutschfahrt liebte ich sie.

Es war die pure Erholung und jeder der Zwillinge hat und kurreif ist, sollte auf jeden Fall nach dieser Kurklinik fragen.

Im Kurpark vor der Tuer waren neben einem Trojanischen Pferd und einer Miniatur Ritterburg auch ein Fussballfeld und ein Skaterpark. Fuer die Kinder das reinste Entdeckerparadies und fuer uns immer wieder ein schoener Spaziergangs-Pfad.

Das kleine Oertchen Grafenau hingegen hatte nicht ganz so viel zu bieten. Wohl auch ein Grund warum es uns gleich am ersten Wochenende hinaus in die weite, unbekannte Welt lockte.

Wohin? Spaeter mehr!

Mittwoch, Oktober 04, 2006

Hats & Flags

Pullman City

Cows & Boys

Wir sind zurueck. Zurueck von drei Wochen voller spannender Erlebnisse & aufregenden Abenteuer, voller bleibender Eindruecke & wunderbarer neuer Freunde, extrem erholt & sehr entspannt: Wir waren zur Kur. Im Bayerischen Wald, in Grafenau. Zur Zwillingskur. Das bedeutet, es waren nur Muetter oder Vaeter oder Muetter & Vaeter mit Zwillingen (manchmal auch mit drittem oder auch noch viertem Kind) da.
Wir kannten die "Klinik am Kurpark". Als Caesar & David knapp zwei Jahre alt waren, erlebten wir unseren ersten Kurdurchgang. Und da es damals so toll und erholsam war, wollten wir genau dort wieder hin. Nur dieses Mal fuhren wir nicht im schneebedeckten, eisigen Winter sondern im sommerlich warmen September. Und wir fuhren mit dem Auto. Wir waren also mobil. Mehr als mobil.

Am Freitag der ersten Woche schnappten wir uns die Kinder und entfuehrten sie in die Welt von Billy the Kid & Manitou nach Pullman City.

Frueher, ohne Kinder, waere das der letzte Scheiss fuer mich gewesen. Da haette ich niemals einen Fuss hineingesetzt. Aber jetzt? Grosser Spass! Viele Familien, aber auch die typischen Moechte-gern-Cowgirls mit Jeansrock, Fransenjacke, Cowboyhut und blondierten Locken.

Die Jungs waren Feuer & Flamme! David, der Cowboy bekam von Papi auch prompt 'ne Pistole geschenkt (dahin die pazifistische Erziehung) und Caesar wollte fortan nur noch Indianer werden. Er suchte sich ein Tomahawk aus. Als dann die Bisons durch die staubige Stadtkulisse liefen, waren auch wir Eltern vollends begeistert. Ein toller Tag! Yeeha!